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Abschließendes Interview zur WM mit Roland Mück

MU: Wie ist Dein persönliches Fazit dieser WM, wie beurteilst Du das Abschneiden der deutschen Teams?
RM: Persönlich konnte ich bei dieser Weltmeisterschaft sehr viel lernen und interessante Gespräche mit den Funktionären und Sportlern der anderen Nationen führen, die eigentlich dieselben Probleme haben wie wir. Sehr gut hat mir die Stimmung im deutschen Team gefallen, unter den Aktiven, den Trainern und den Offiziellen gab es keine Unstimmigkeiten sondern wir waren in der Tat ein Team. Es hat ganz einfach Spaß gemacht mit dieser Delegation die Weltmeisterschaft zu erleben. Auch mit dem Abschneiden der deutschen Mannschaft bin ich eigentlich zufrieden. Bei ca. 650 Aktiven und insgesamt nur 36 zu vergebenden Medaillen, ist eine Silber- und eine Bronzemedaille eine gute "Ausbeute". Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die routinierten und erfahrenen Spieler diese Medaillen gewonnen haben, wobei ich unseren anderen Teilnehmern die Klasse nicht absprechen will. So gehen meist die guten Platzierungen einfach unter, da ja nur die Medaillen zählen.
MU: Du hattest erwähnt, daß es im Lehrwesen einige Veränderungen geben wird. Um welche Änderungen handelt es sich konkret bzw. was ist geplant?
RM: Eine Erkenntnis haben wir alle aus Malaysia mitgebracht, wir machen es unseren jungen deutschen Bowlerinnen und Bowlern viel zu einfach. Wir legen ein Ölmuster auf, bei dem es fast eine Schande ist unter 200 Pins Schnitt zu spielen und die "jungen Wilden" meinen dann sie sind ganz tolle Hechte. Dies ist aber falsch. Bei dieser WM war Genauigkeit, Konstanz und Konzentration gefragt. Ich habe noch bei keiner Veranstaltung soviel "Gullywürfe" auf das volle Bild gesehen. Den Ball um eine Leiste verlegt und weg war er. Wir müssen in der Ausbildung auf die o.a. Punkte Wert legen und schwerere Bahnverhältnisse schaffen. Ihr könnt Euch alle darauf verlassen, dies wird ab 2004 der Fall sein.
MU: Wie waren denn die Bahnenverhältnisse im Vergleich zu nationalen Wettbewerben zu beurteilen?
RM: Wie bereits erwähnt, die Bahnverhältnisse waren fair aber schwer. Die Interessierten sollten sich einmal das Ölmuster auf der offiziellen Website der WM unter www.bowlingworldchampionship2003.com ansehen und selbst versuchen dies auf der Heimbahn zu spielen. Große Probleme hatten praktisch alle Linkshänder, da die Ölmenge auf der linken Seite etwas geringer war als auf der rechten Seite. Eigentlich ist dies ja nachvollziehbar, da mehr Rechtshänder als Linkshänder vor Ort waren und sich die Ölmenge somit irgendwann angleicht. Hat aber anscheinend nicht ganz geklappt, aber da fehlt mir ehrlich gesagt das detaillierte technische Verständnis um dies zu analysieren, da werden sich die Spezialisten sicher die Köpfe heiss reden.
MU: Haben die klimatischen Verhältnisse eine Rolle gespielt?
RM: In Zusammenhang mit den Bahnverhältnissen mag ich dies nun nicht zu beurteilen, ich glaube aber nicht. Allerdings waren alle unsere Aktiven gesundheitlich von den klimatischen Verhältnissen betroffen. Man muss sich vorstellen daß wir von ca. 30° Aussentemparatur und 100 % Luftfeuchtigkeit in ein gut gekühltes Hotel (ca 15°) gekommen sind. Die Ersten waren bereits nach zwei Tagen erkältet und im Laufe der WM blieb dann praktisch Keine oder Keiner verschont. Das hat sich natürlich schon auf die Leistung ausgewirkt Allerdings hatten natürlich nicht wir Deutschen sondern alle mit den selben Bedingungen zu kämpfen.
MU: Was war für Dich das beeindruckendste Erlebnis dieser WM?
RM: Ganz eindeutig der Gewinn der Silbermedaille von Jens und Achim. Ich war selbst überrascht welche Emotionen da in mir und den anderen deutschen Teilnehmern und Offiziellen hochkam. Unser Bundestrainer war nicht anzusprechen so überwätigt war er. Oder Marianne und Aloys die garnicht erst versucht haben gegen die Freudentränen anzukämpfen. Es war wirklich ein bewegender Augenblick. 

Erwähnen möchte ich aber an dieser Stelle auch, daß wir sehr erfreut und angetan von der Einladung der Deutschen Botschaft waren. 
Der "Deputy Embasser" Holger Mahnicke hat das gesamte Team zu sich nach Hause eingeladen und wir wurden vom Botschaftspersonal und ausgewählten Gästen herzlich empfangen und fürstlich bewirtet. Ganz grosse Klasse.

MU: Vielen Dank für das Interview
 
 

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Letzte Änderung: Mittwoch, 24. März 2010